Montag, 1. Februar 2010

montag um halb acht in santiago

guten morgen,
ich hab wunderbar geschlafen und bin nach dem aufwachen immernoch hier - ein sicheres indiz dafuer, dass das kein traum ist. anja pennt noch und so auch die anderen x-vielen bewohner des hostels, ich bin aber noch ein wenig im modus unseres kontinents und aufgekratzt. daher sitz ich alleine am schnurrenden alt-rechner in einem seltsamen gebauede mit innenhof und verglastem laubengang im erdgeschoss. kleine, fensterlose zimmer mit tueren muenden auf den engen innenhof, wo sich neben baumaterialien, stuehlen, tischen und huebsch angelegten blumenbeeten auch viele waeschestaender tummeln. aussen die ueppige fassade aus den kolonialzeit, kopfsteinpflaster, schlafende hunde und platanenbesetzer platz mit baenken incl brunnnen. der freundliche besitzer des landens hat zwei kleine toechter, die mit den gaesten manchmal im dorm schlafen und sonst mit den vielen asiaten ihre sprachkenntnisse erweitern.

wir haben gestern den tag mit schlendern, quatschen und der suche nach schattigen plaetzen verbracht, gegen 18 uhr wirkten licht und waerme fast genauso intensiv, wie um die mittagszeit. kurz sehr warm und ohne meer in der naehe zwar nett und wenig stressig, aber irgendwie auch mhhh - na ja da fehlte irgendwie was. summer in the city.
die stadt war wie in einer art entspannter sonntagsruhe, alle menschen wirkten leicht dicklich, gemuetlich-verschwitzt und machten sich an einem der vielen brunnen die haare nass. keine hektik, kein stress. niemand nahm von uns besonders notitz, keiner wollte dringend was verkaufen und so - sehr angenehm. meine idee ist, am ende auf jeden fall noch eine woche am meer dranzuhaengen. es ist schon verdammt nett morgens barfuss ueber holzbolen zu laufen und keine frostbeule zu haben, wenn man sich wieder ins bettchen legt oder gleich ohne schuhe weiter wackelt.

wir haben gestern plaene geschmiedet und wollen morgen mit dem bus nach temuco fahren und von dort aus nach curacautin weiter. dieser 12000-seelen ist ausgangspunkt zum park rund um den vulkan lonquimay. da wollen wir die dann folgenden sieben tage drumrum laufen - gipfelerklimmung eingeschlossen. hehe. wir freun uns schon, das wetter wird sicher etwas kuehler (es geht auf ca 1800 m, der gipfel selber hat nochmal 1000 mehr) und auf jeden fall auch feuchter. was wir gelesen und gehoert haben soll es eine sehr schoene tour sein. danach duschen und waesche waschen und in temuco ein internetcafe finden... nur so fuer ein gefuehl der entfernung - von santiago nach temuco sinds 650 km (also mind. 9 h per bus) und von temuco nach curacautin nochmal 2,5 h. das wird dann morgen ein reisetag mit vielen schoenen aussichten, links die anden und rechts das meer. so zumindest stell ich mir das vor. wie es dann wirklich war koennt ihr also fruehestens in eineinhalb wochen lesen - vorher gibts kein netz und damit auch keinen grund sich zu sorgen oder jeden tag neurotisch nachzugucken ;)
herzliche gruesse aus chile
justus

1 Kommentar:

  1. Hallo Justus! freue mich zu lesen, dass du gut angekommen bist und das wenigstens einer von uns Wärme geniesst! Ich wünsche dir eine sehr gute Reise, ganz viel Spass, pass gut auf dich auf. Ich weiss nicht was Gipfelerklimmung heisst aber es klingt irgendwie n'bissel gefährlisch also bitte nicht im Vulkan reinfallen.

    LG (auch von César!)

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